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Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
antje.liest
aus Berlin
5/5
26.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ergreifend
Marco Balzano erzählt in Ich bleibe hier eine eindrucksvolle Geschichte über Widerstandskraft, Heimat und die Zerrissenheit zwischen Fortschritt und Bewahrung. Im Mittelpunkt steht Trina, eine junge Frau aus Südtirol, die sich gegen politische Umwälzungen, Kriege und den drohenden Verlust ihres Dorfes wehrt. Mit poetischer Sprache und emotionaler Tiefe beschreibt Balzano die Herausforderungen einer Zeit, in der Menschen gezwungen waren, sich zwischen Anpassung und Aufbegehren zu entscheiden.
Besonders beeindruckend ist die ruhige, aber eindringliche Erzählweise, die den Leser tief in die Atmosphäre des Bergdorfes eintauchen lässt. Balzano verzichtet auf überflüssiges Pathos und setzt stattdessen auf eine schlichte, aber wirkungsvolle Sprache, die die Emotionen der Protagonistin spürbar macht. Die Geschichte wird in einem persönlichen Ton erzählt, was sie besonders berührend und authentisch wirken lässt. Zudem gelingt es dem Autor meisterhaft, historische Ereignisse und persönliche Schicksale miteinander zu verknüpfen, sodass man nicht nur mit Trina, sondern auch mit einer ganzen Region mitfühlt.
Ich bleibe hier ist ein Roman, der lange nachhallt – nicht nur wegen der eindrucksvollen Geschichte, sondern auch wegen der Fragen, die er aufwirft: Was bedeutet Heimat? Wann lohnt es sich zu kämpfen? Und was bleibt von einem Ort, wenn alles andere verschwindet?
Dieses Buch empfehle ich allen, die sich für berührende, historisch inspirierte Romane interessieren. Wer Bücher wie Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens oder Das achte Leben (Für Brilka) von Nino Haratischwili mochte, wird auch an Ich bleibe hier Gefallen finden. Es ist eine eindrucksvolle Lektüre, die zeigt, wie viel Kraft in der Menschlichkeit steckt. 5 von 5 Sternen!
Bewertung
5/5
29.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tief bewegend
Die Geschichte ist so schön und bewegend erzählt. Obwohl man den Ausgang bereits kennt, fiebert man mit den Menschen mit und nimmt an deren Schicksal teil. Ich mochte den Erzählstil sehr gerne und hab es im Prinzip am Stück durchgelesen.
Große Empfehlung.
Manu
Book Circle Community
5/5
05.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührende Geschichte einer einfachen Frau
Trina wehrt sich. Gegen die Faschisten und gegen die Nazis. Gegen die Armut und gegen den geplanten Stausee, der ihr Heimatdorf fluten soll.
Balzanos Roman orientiert sich an wahren Gegebenheiten des Südtirols der 1930er- und 1940er Jahre. Darum herum baut er eine berührende Geschichte über eine starke Frau, die hoch intelligent und willensstark ist und dennoch nie aus ihrem kleinen Heimatdorf hinaus kommt. Glücksmomente, Freude und Liebe werden genauso schön beschrieben wie die unschönen Momente des Hungers, der Flucht und der Angst.
Die Sprache ist stimmig mit der Geschichte, den Figuren und der Szenerie. Das erlaubt es einem, so richtig in die Geschichte einzutauchen und mit Trina mitzufühlen. Die Mischung aus innerem Monolog und Erzählung ist abwechslungsreich und sehr gelungen.
“Ich bleibe hier” ist ein feinfühliges, sanftes Buch, das sich trotz der Ernsthaftigkeit gut lesen lässt.
Bewertung
5/5
08.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein toller Roman über die Geschichte...
Ein toller Roman über die Geschichte eines verschwundenen Dorfes!
Jeder kennt den versunkenen Kirchturm, doch die wenigsten wissen, was es mit ihm auf sich hat, wie viele Schicksale dahinter stehen...
Bewertung
5/5
13.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Stück Südtiroler Geschichte - ein bewegender Roman
In seinem dritten Buch »Ich bleibe hier« zeigt uns Marco Balzano sein Heimatland Italien wieder von einer ganz anderen Seite, zu einer ganz anderen Zeit. Und wieder hat er es geschafft, mich restlos zu begeistern.
Diesmal geht die Reise nach Südtirol. Wir begleiten Trina, eine junge Lehrerin, durch die 1920er bis in die Nachkriegszeit. Mussolini verbietet den Südtirolern, deutsch zu sprechen, auch für sie ist kein Platz mehr an der Schule. Heimlich unterrichtet sie weiterhin die Kinder aus dem Dorf. Den Menschen wird nahegelegt, das Land zu verlassen oder zu Bürgern zweiter Klasse zu werden. Aber Trina bleibt mit ihrem Mann »hier«. Genauer gesagt in Graun, einem kleinen Dorf im Vinschgau, dass es heute nicht mehr gibt. Erst waren es nur Gerüchte, dann rückten nach dem Krieg die Bagger an, um einen Stausee zu errichten. Felder und Häuser sollen überflutet werden, aber Trina und ihr Mann Erich leisten mit Leib und Seele Widerstand.
»Stattdessen waren Italienisch und Deutsch Mauern, die immer höher wurden. Die Sprachen waren zum Rassenmerkmal geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt.« S. 131
Der Kirchturm von Altgraun, der auf dem Cover zu sehen ist, ist heute ein Touristenmagnet. Balzano war 2014 zum ersten Mal an diesem Ort und hat sich dort für seinen Roman inspizieren lassen. Herausgekommen ist ein Zeitzeugnis, das von dem beschwerlichen und entbehrungsreichen Leben der Bewohner berichtet, die nicht nur gegen die Faschisten im eigenen Land oder die deutsche Besatzung kämpfen mussten, sondern auch um ihre Heimat. Inmitten dieser Wirren verfolgen wir Trinas Familie, die letztlich die Verlierer sind gegen einen großen Energiekonzern. So viel zu den geschichtlichen Hintergründen, die hier wiedergegeben werden.
Balzano hat sich dafür entschieden, Trina selbst zu Wort kommen zu lassen, indem sie die Geschichte ihrer Tochter erzählt. Allein das hat mich immer wieder sehr berührt, vor allem wenn man erfährt, was es mit ihrer Tochter auf sich hat. Doch nicht nur die fiktive Geschichte, auch die des gesamten Dorfes ist mir sehr nahe gegangen. Auch in meiner Heimat gab es in den 1980ern einen Ort, der einer Trinkwassertalsperre weichen musste. Nach diesem Buch kann ich die Menschen, die so etwas erleben mussten, ein Stück weit besser verstehen. Heimatlosigkeit, Vertreibung oder Entwurzelung ist wohl für die meisten Menschen ein lebenslanges Trauma.
Auch wenn die Zeit um den den Zweiten Weltkrieg düster und real geschildert wird, versteht es Balzano, uns mit seinem Schreibstil durch das Buch gleiten zu lassen. Immer wieder bangt und hofft man mit den Protagonisten, dass die Geschichte ein gutes Ende nehmen möge.
Balzano schreibt unverblümt und schnörkellos, bildhaft und ergreifend zugleich. Seine Charaktere sind so authentisch, dass man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, sie zu kennen. Auch wenn sie die Geschichte traurig und düster anhört, Trina trotz immer wieder allen widrigen Lebensumständen, lässt sich nicht unterkriegen und verliert nie ihren Lebensmut.
„Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren.“
Eine ganz große Leseempfehlung von mir. Wer den Autor noch nicht kennt, sollte es schleunigst nachholen.
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5/5
12.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Heutzutage ist der Kirchturm im...
Heutzutage ist der Kirchturm im Reschensee eine Touristenattraktion, eigentlich ist er aber ein Mahnmal. Vehement und klar geschriebenes Stück Zeitgeschichte!
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5/5
24.04.2022
eBook (ePUB 3)
Düstere Zeitgeschichte
Vor über 70 Jahren wurden die Dörfer Graun und Reschen geflutet, um einen Speichersee für ein Wasserkraftwerk zu bilden. Ein markanter Kirchturm ragt heute einsam aus dem See heraus und ist ein begehrter Selfie-Hotspot für Touristen.
In "Ich bleibe hier" wird die Geschichte von Trina, einer Bewohnerin von Graun und ihrer Familie erzählt, von dem Verlust ihrer Identität und ihrem Widerstand.
Ein ruhiges, aber aufwühlendes Buch über die Geschichte Südtirols. Absolut lesenswert!
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5/5
02.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Lehrerin Trina erzählt vom...
Die Lehrerin Trina erzählt vom Kampf der Bewohner der Dörfer Reschen und Graun um ihre Häuser und ihr Land. Bald nach dem zweiten Weltkrieg stehen die ersten Bagger bereit, den zwar längst geplanten, aber immer wieder verschobenen Bau des Staudamms zu beginnen. Sehr spannend!
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
Balzano hat hier ein starkes Stück Zeitgeschichte brillant geschrieben. Auf das Wesentliche beschränkt und dennoch hochemotional erzählt. Dieses Roman ist ein kleines Stück italienischer Geschichte.
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5/5
23.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bei meinem nächsten Urlaubsstopp am Reschensee werde ich mich mit Sicherheit an diesen wundervollen Roman erinnern. An Trina und Erich, die in diesem verlorengegangenen Dorf gelebt und geliebt haben. Ein Dorf immer gespalten durch die Historie. Trina und Ihre Familie kämpfen um Ihr Zuhause in den tragischen Jahren des Faschismus und Nationalismus. Welche Sprache, welche Herkunft bleibt? Ihren letzten Kampf verlieren sie, das ehrgeizige Projekt der Italiener des Staudammbaus zur Stromgewinnung. 1950 wird das Land überflutet und 100 Familien müssen sich entscheiden. Ich bleibe hier ist eine überaus berührende Geschichte, die nachklingt.
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